Deutsch-Niederländisches Jugendwerk - Über
uns
Die in den 90er Jahren veröffentlichte "Clingendael Studie"
legte ein sehr kritisches Deutschlandbild bei niederländischen Jugendlichen
offen und mahnte zum Abbau von Vorurteilen und zu einem besseren Verständnis
in beiden Ländern. Die deutsche Seite hingegen blickt ebenfalls nicht
vorbehaltlos auf den "kleineren Nachbarn", sondern kultiviert
gleichermaßen eigene Vorurteile.
Insbesondere die Ergebnisse der genannten Studie" waren ein wesentliches
Motiv für die Gründung des Förderkreises Deutsch-Niederländisches
Jugendwerk e.V, der 1993/1994 als gemeinnütziger Verein unter Beteiligung
niederländischer und deutscher Persönlichkeiten und Institutionen
ins Leben gerufen wurde und maßgeblich von der Industrie- und Handelskammer
zu Aachen (IHK) und der Kamer van Koophandel en Fabrieken voor Zuid-Limburg
(KvK) getragen wird.
Mittlerweile hat das Interesse an den bilateralen Beziehungen sowohl
auf politischer als auch auf wirtschaftlicher Ebene stark zugenommen;
spätestens seit Ende der 90er Jahre sind gegenseitige Vorurteile
in der öffentlichen Wahrnehmung nicht mehr ganz so stark vorhanden.
Dennoch bleibt das Bewusstsein eines oft schwierigen Verhältnisses
bestehen. Als Erklärung wird häufig auf das lange Nachwirken
des Zweiten Weltkrieges hingewiesen. Letztlich spricht aber vieles dafür,
dass das Verhältnis eher durch die Asymmetrie beider Länder
bestimmt wird und dass der Größenunterschied in Einwohnerzahl
und Fläche zu einem strukturellen Spannungsfeld führen. Dies
ist keine fatalistische Feststellung oder die Billigung der Pflege einer
psychologischen Distanz. Man muss akzeptieren, dass Ambivalenz und Sensibilität
zum normalen Muster der deutsch/niederländischen Beziehungen gehören.